21 Juni 2013

Suiziddrama auf Balkonien!

Als ich gestern von der Arbeit nach Hause kam und wie jeden Tag den Hilfsgärtner begrüßen und sein Tagewerk begutachten wollte, fand ich nur einen leeren Platz vor...
Zuerst dachte ich mir nichts Schlimmes dabei, obwohl ich schon sehr überrascht war, ihn nicht an seinem gewohnten Platz vorzufinden, den er ja in den letzten Monaten kaum noch verlassen hatte. Ich durchsuchte die zahlreichen Pflanzen, ob er vielleicht irgendwo am Gärtnern war. Ich konnte ihn aber nirgends entdecken. Da schweifte mein Blick über den Balkonboden und ich musste eine grausige Entdeckung machen, verstreut lagen die Einzelteile von ihm herum...
Ich begann natürlich rasch mit Wiederbelebungsversuchen und nähte setzte ihn schnell wieder zusammen. Gleichzeitig begann ich mit kriminalistischen Untersuchungen, um die Ursache für seinen Sturz vom Fensterbrett zu ermitteln. Als langjähriger Tatortgucker habe ich mir dafür ja mittlerweile genügend Kenntnisse angeeignet...
Ich konnte keinerlei Kampf- und Abwehrspuren entdecken. Gleichzeit erinnerte ich mich, dass er beim letzten Mal doch recht wortkarg war und ich mir selber auch schon Sorgen um seinen kaputten Fuß und seine blasse Hautfarbe gemacht hatte... Ich muss wohl davon ausgehen, dass er sich in selbstmörderischer Absicht vom Fensterbrett gestürzt hat! Konnte doch keiner ahnen, dass es so schlecht um den kleinen Kerl bestellt war...!!!
Ich habe ihn jetzt erst einmal notdürftig zusammen geflickt, ein Loch am Kopf wird er wohl behalten...

und ein paar Narben werden wohl bleiben...
aber einen richtigen Mann kann das ja nichts entstellen...
Trotzdem noch mal zur Erinnerung ein Bild aus besseren Zeiten...

Ich habe ihm jetzt erst mal zwei Wochen Tage Urlaub gegeben, damit er sich ein bisschen erholen kann und ich bin auch am Überlegen, ob ich ihm verspreche, ihm für den nächsten Winter einen kleinen Unterstand zu bauen...

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2 Comments:

Anonymous der Flaneur said...

Sich über die miesen Arbeitsbedingungen der Lagerarbeiter bei Amazon empören und dann dem eigenem Angestellten, der sich, unter Einsatz seines ganzen Körpers unermüdlich für die Verschönerung des Balkons eingesetzt hat, mit Entlassung bzw Frühverrentung (die Höhe der monatlichen Rente, die der wackere Kerl zu erwarten hätte, wage ich mir nicht einmal in meinen dunkelsten Albträumen vorzustellen) zu drohen, dass zwischen diesen beiden Punkten ein gewisser Widerspruch besteht, ist ja wohl offensichtlich. Kein Wunder, dass der Knabe in dieser hoffnungslosen Lage keinen anderen Ausweg als den Suizid sah. Und jetzt werden ihm großzügig zwei Tage Urlaub gewährt. Also, ich finde, da solltest Du noch mal in Dich gehen ...

21. Juni 2013 um 20:56  
Blogger joos said...

@der Flaneur: Wie, soll ich jetzt auch noch ein schlechtes Gewissen haben...?
Er hat es doch wirklich gut bei mir! Er kann den ganzen Tag an der frischen Luft arbeiten, viel besser, als die armen Lagerarbeiter.
Klar, mit einer üppigen Rente kann er nicht rechnen, aber ich würde ihn nicht verhungern lassen!!
Meine Frau glaubt übrigens an einen Arbeitsunfall. Wie jemand einen Arbeitsunfall erleiden kann, der gar nicht arbeitet, ich sage nur "Spinnweben", kann sie mir aber auch nicht erklären...
Aber okay, ich will mal nicht so sein, ich lege noch einen Urlaubstag drauf, aber dann ist der Spaß vorbei!!!

22. Juni 2013 um 14:23  

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