Ich hatte hier ja Großes angekündigt... Wenn man trotz einer Badrenovierung Langeweile hat, kann man sich doch zeitgleich noch um ein anderes Projekzt kümmern, oder? Zum Beispiel den Aufbau eines Balkonkraftwerkes... Wobei "Balkonkraftwerk" passt bei uns nicht so ganz, weil wir zwar einen Balkon haben, der liegt aber für eine Solaranlage zu sehr im Schatten. Aber wir haben das Glück, ganz gut an ein Flachdach dranzukommen...

und wir haben sehr nette Vermieter, die das ganze Projekt sehr wohlwollend begleitet haben und sogar tatkräftig mit angepackt haben. So ein Solarmodul ist wirklich sehr groß und schwer. Eingepackt wiegt dieses Ding...
44 Kilogramm und es ist ungefähr so groß wie eine Matratze. Ich hatte die Idee, so ein Paket mal eben mit einer Sackkarre in den 3. Stock zu hieven. Das erwies sich als ziemlich blauäugig, weil das Paket dazu viel zu unhandlich war. Die Alternative war dann, das Ding an den Riemen, mit denen es verpackt war, Treppenstufe für Treppenstufe hochzuziehen / schleifen / schieben... Sehr anstrengend, aber meine Frau und ich, wir haben es geschafft!
Ein weiteres Problem war, dass wir unter das Kraftwerk eine Gummimatte legen wollten, damit das Dach keinen Schaden nimmt. Auch das erwies sich als deutlich schwieriger als gedacht. Beim Baumarkt haben wir zwar die passende Rolle gefunden, aber die erwies sich ebenfalls als so schwer und unhandlich, dass wir keine Idee hatten, wie wir sie in unseren kleinen Mietwagen bekommen sollten, geschweige denn in den 3. Stock. Auch da hat uns unser Vermieter freundlicherweise geholfen. :-)
Hier sind sind wir nun schon ziemlich weit: die Gummimatte ist ausgerollt, die beiden Module draufgepackt und dann war da aber noch die Sache mit den Steinplatten...
Damit die Module bei Sturm nicht vom Dach fliegen, wird empfohlen, sie mit Gehwegplatten zu beschweren. Über meine Arbeit habe ich eine Kollegin gefunden, die ein paar von den Dingern übrig hatte und sie mir geschenkt hat. Auch da war ich sehr naiv, denn die Platten war auch sehr schwer. Mein Rücken fand die ganze Aktion nicht so toll und mein Dank geht an die Nachbarn, die mal eben spontan geholfen haben, dass wir die Platten überhaupt ins Haus bekommen haben.
Wie man aber nun sieht, haben wir alles geschafft, die Module stehen und sind aufgeklappt, der Stecker ist in der Steckdose und wir produzieren unseren eigene Solarstrom!! :-))))

Zum Schluss war dann noch die Sache mit der App, mit der man die Erträge der Anlage sehen kann: an der Solaranlage befindet sich ein QR-Code, mit dem man zu der App kommt, die man auf sein Handy laden soll. Das war noch nicht so schwer. Ich habe dann irgendwie eine Verbindung von der Anlage zu unserem Router herstellen können und dann die Daten von der Anlage eingegeben. Danach bekam ich immer die Meldung, dass die Anlage bereits gemeldet sei... aber keine Daten angezeigt??? Ich habe alles probiert, Videos angeschaut, die App deinstalliert und wieder installiert, ich habe wieder und wieder die Daten eingeben, verschiedene Nummern ausprobiert, das Ergebnis war immer das Gleiche. :-( Irgendwann kam ich auf die Idee, bei dem erforderlichen Namen nicht den Firmennamen anzugeben, sondern den Namen von dem Kraftwerk, dann, oh Wunder, hat auf einmal alles geklappt!! Nun kann ich den ganzen Tag auf mein Handy schauen und mich darüber freuen, dass die Sonne scheint:

Ich bin froh, dass es geschafft ist und jetzt ist es auch wirklich ein gutes Gefühl, selber Solarstrom zu erzeugen. Die ganze Aktion war aber schon ziemlich anstrengend und nervenaufreibend. Es gibt aber auch Module, die kleiner und leichter sind... Und wenn man einen geeigneten Balkon hat, ist die Montage auch deutlich einfacher. Die Vorschriften und Gesetze sind mittlerweile auf jeden Fall deutlich unkomplizierter als noch vor ein paar Jahren und die Module werden auch immer günstiger... Vielleicht wäre es auch etwas für Euch...?
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